Der Schweinebraten ist ein Esel!

Mein letzter Blog in diesem Jahr hat den Zweck, dich ein wenig milder zu stimmen, gelassener den Dingen gegenüberzustehen und die ganze Geschichte ein wenig ironisch zu betrachten. Das heißt, nicht unbedingt alles unter den Teppich zu kehren, aber Dinge, die du dir anguckst, mit Milde zu bewerten, wenn du sie überhaupt bewerten musst. Mach dich locker! Lehn dich zurück. Der Weihnachtsmann macht das schon! Mein Ziel mit dir heute ist es, dich ein wenig von deiner Urteilskraft zu befreien, indem du deine Bewertung anschaust, akzeptierst, liebst und los-lässt. Also ge-lassen damit umzugehen. Also wo ist nun der wiehernde Esel? Das „Weih“ von Weihnachten leitet sich aus dem germanischen Wort „wiha“ ab. Das heißt so viel wie „heilig“. Daher Weihnachten und „heilige Nacht“: Jiha! Oder auch I-A! Der Esel steht bekanntlich nicht unbedingt für die schlaueste Tierart, aber vielleicht hilft er dir sinnbildlich, ein wenig mehr deinen Kopf auszuschalten und deine Ohren für das zu öffnen, was da kommen mag. Was der Esel tatsächlich aber mit Weihnachten zu tun hat, weiss ich auch nicht, also nehmen wir das Zeichen des Fisches? Es ist kurz vor Weihnachten und der Fahrt nach Hause. Eine Butterfahrt zu den Lieben. Eine Butterfahrt, also eine Einkaufsfahrt auf einem Ausflugsschiff, wenn man der nordischen Bedeutung dieser nachgehen will? Und so kommt es einem, dir vielleicht auch, vor: ein Ausflug in die Vergangenheit mit einem Koffer voller Einkäufe, also Geschenke. Wie lange traust du dich denn auf diese Butterfahrt, ab wann stinkt denn dein "wiha"-nder Weihnachtsfisch und welche liebevollen Absurditäten trägst du in deinen Einkaufstaschen?

Hast du jetzt schon Schiss davor, am Fuße des Baumes oder an der glänzenden Tafel in der großen oder gar deiner kleinen Runde zu sitzen, abzuwarten, bis der große Knall kommt? Denn, dass er kommt, wissen ja eh alle, oder etwa nicht? Erst fallen sich alle um den Hals, dann werden die Rituale und Traditionen abgehalten, alle freuen sich wohlig warmen Herzens an den vermeintlichen Erinnerungen damit, und welches Jahr wohl am schönsten war? Wenn diese dann durch sind, sitzt du da und dann kommt der Knall. Oder kommt er nicht? Kommt er zwischendurch, weil sich einer nicht an die Regeln hält? Einer sich nicht zusammenreißen kann? Weil einer die Tradition nicht mitträgt? Sich ja, ach, verändert hat und das Fleisch oder den stinkenden Fisch nicht mehr essen mag? Den Baum aus klimatechnischen Gründen nicht dort stehen sehen mag, oder den Wein nicht mehr zu sich nimmt, weil der Magen es im Alter nicht mehr macht oder es gar bekanntermaßen Nervengift für das Dritte Auge sei? Wie geht es dir damit? Wie ist das denn mit deiner Bewertung. Mit deinen Werten und Gesetzen? Und was sind eigentlich Traditionen? Eine Tradition ist erstmal ein Wert. Nur zur Erinnerung. Und Werte sind Eigenschaften und Qualitäten, die in deinem System für moralisch gut angesehen und definiert sind. Moralisch gut definiert sich dann wiederum etwas in sittlichen Idealen, Handlungsmustern, Charaktereigenschaften, sowas. Man betrachtet sie in seinem System jedenfalls als erstrebenswert. Warum ist das so? Eine Tradition ist die Überlieferung und Weitergabe von Handlungsmustern, Glaubens- und Denkstrukturen durch Bräuche, Sitten und Gepflogenheiten, no news eigentlich. Eine Tradition soll uns an unsere Tugenden, die in deinem System, deiner Familie, gelebt werden - im Christlichen an Glaube, Liebe, Hoffnung erinnern. Eine Tradition erinnert generell an die Werte en famille, an die Tugend der Wertschätzung dessen, was die Familie ausmacht. Wow, also geht es um Identität und Wertschätzung! Die ganz großen Dinge! I love it! Was nun, wenn dein System ins Wanken gerät, und sich einer oder etwas verändert oder verändert hat, so wie du gerade? In meinen Retreats geht es um Veränderung. Menschen, die sich verändern und umorientieren möchten, spazieren mit mir durch den Wald um sich genau dem oben genannten Bewusstsein zu stellen. Wenn sich also Deine Vorstellung dessen, was die Werte angeht, umwandelt, dein Wertesystem nicht mehr mitspielt und dein Drittes Auge in Gefahr sieht, was passiert dann? Ein System verändert sich immer so weit, wie alle mitgehen wollen. Wenn dein System deine Veränderung oder Neuorientierung nicht trägt, dann wird die Veränderung nur so groß, wie du sie allein stemmen kannst. So, wie dein Wille an Kraft hat. Wo ein Wille, da ein Weg. Durch eine Tradition werden die Tugenden der Wertschätzung und Identität vermittelt. Also mit der Identität kommt die Wertschätzung, auch Dankbarkeit und Akzeptanz dessen, dass es so ist, wie es eben ist. Und du liebst ja, was ist. Wenn du wach bist. Bist du es?


Stell dir mal vor, deine Familie führe jedes Jahr an Weihnachten nach Ibiza. Dort würde es jedes Jahr Gaspacho am Heiligen Abend geben und nachts würde um einen Haufen Zweige getanzt. Verrückt? Ja. Total. Aber das könnte ja deine Familientradition sein. Es gibt verrückte Familientraditionen und wenn du, wie oben beschrieben, verstehst, dass Tradition nichts anderes bedeutet als: Identität und Wertschätzung, dann findest du das vielleicht gar nicht mehr so bescheuert. Es hat natürlich eine Macht, bzw. eine entsprechende Kraft. Denn seine Identität zu verleugnen, indem man die Tradition nicht mehr mitmacht, tut ja nicht nur den anderen weh. Es muss auch dir weh tun. Veränderungsprozesse haben Phasen des Schmerzes. Isso. Also wie machst du das charmant? Wie „sagst du es dem Kinde“ denn, dass du das Schweinefleisch echt nicht mehr essen kannst, auch wenn es verknüpft ist mit der Familiengeschichte und damit deinem Gesicht. Der Schweinehintern ist also dein Gesicht – jepp! Und gleichzeitig die Wertschätzung der GANZEN Geschichte deiner Familie. Hups. Also: willst du nicht doch den Schweinbraten runterdrücken? Oder wie machst du es, wie oben gebeten, charmant? In einem liebevollen, milden und ge-lassen-en Umgang? In einem wertschätzenden, empathischen, liebenden und respektvollen Umgang in der Vorstellung dessen, dass du das alles auch bist – ja, ich meine das Schwein! Das bist nämlich am Ende Du, wenn du das immer noch nicht verstanden hast.


Ich wünsche euch, euch vorzustellen, dass der Schweinehintern in Mitten des Tisches ein Teil eures Seins sei und ihr milde seid, wenn ihr ihn nicht herunter bekommt. Wer will schon Kannibale sein, wenn ihr versteht, was ich meine. Die Tatsache aber, dass die 80-jährige Dame am Tisch definitiv gekränkt ist und die anderen an der Tafel gleich mit, können wir nicht umgehen. Aber vielleicht gibt es unterm Tisch einen hungrigen sabbernden Hund oder einen äußerst höflichen Tischherrn, der deinen Braten zu sich nimmt, obwohl ihm auch schon schlecht ist? Tradition muss nicht immer schmecken. Mein Schwager sagte einmal zu meiner Mutter, nachdem er eine weitere traditionelle Speise unserer Familie zu sich nahm, mit einem liebevollen Lächeln:"Schmeckt nach Tradition!“. Er meinte sicher, dass es köstlich sei. Ich wünsche allen hier ein fröhliches, gesundes Weihnachtsfest im Kreise der Menschen, die euch wirklich wirklich wichtig sind. Dass der Fisch, wie man weiß, erst nach 2 Tagen stinkt und damit wäre jawohl vom 24. bis 26.12. alles safe. Möget ihr all diejenigen einladen, die mit euch dieses wichtige traditionsbeladene Fest voller Erwartungen, Bedürfnisse und Glückseligkeit feiern dürfen und mögen sie kommen dürfen, unter welchen Bedingungen auch immer. Seid mutig und verteilt Liebe, wo ihr nur könnt, denn die ganze Welt braucht genau das, vielleicht vor allem Traditionen und den damit verbundenen Schweinehintern! Wenn du den selbigen endlich hochkriegen möchtest, dann ab in den Wald in ein Coaching Retreat. Ich begleite dich dabei, wenn du partout nicht nach Ibiza willst! Und ich behaupte zu wissen, wie das Schwein denkt und fühlt! Den Esel lassen wir in der Krippe! Attacke!


Bis ganz bald und ein besinnliches Weihachten!

Eure Barbara Mai

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