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Wenn Nietzsche auflegt.

Die Platte hängt. Heute morgen blieb bei mir ein Satz hängen. Es geht um Wissen, um Nicht-Wissen. Um Ambivalenz. Um ambivalente Gefühle. Kontrolle. Leben. Sterblichkeit. Die Platte hängt. Da sagt Nietzsche, der Mensch halte sich für eine Krone der Erkenntnisfähigkeit, dabei ist sein Intellekt kläglich, zwecklos und beliebig. Und dann wird im Magazin Philosophie auch noch Donna Haraway zitiert, dass es jenseits von unterschiedlichen Subjekten sowieso gar kein Wissen gibt. Das sind also Konzepte von Wissenschaftskritik aus dem Magazin, das hier herumfliegt, mit dem Titel: Gibt es die Guten und die Bösen?



Ich denke, wir denken und wissen heute viel zu viel. Wir kriegen die Informationen, auch Gedanken und Gefühle schon lange nicht mehr auf unsere eigene Platte. Aber was ist schon Wissen? Und, dann denke ich: Wie kann der Mensch um all das Wissen, dass, zum Beispiel, in der Nachbarschaft Krieg herrscht und in der anderen Nachbarschaft jemand den Knopf am Hebel einer Atombombe berühren könnte, nicht ambivalente Gefühle entwickeln, gar verrückt werden. Bipolar, schizophren, angstgestört, sich grämend, schuldig fühlend und gewalttätig sein. Ja ein Kind in diesen Zeiten das Licht der Welt erblicken zu lassen. In diesen Zeiten. Wir sind ohnmächtig ob des Wissens um die Stati um uns herum und in uns drin. Nicht? Dass ich wage das auszusprechen? In diesen Zeiten?


In meinem täglichen Leben als Coach und Mentorin begegne ich oft tiefgründigen Gedanken und Gefühlen der Menschen. Heute möchte ich jedoch meine eigenen teilen, inspiriert von eben diesen Zitaten von Nietzsche und Haraway. Nietzsche also: "Jedes Wissen ist ungewiss. Wir halten uns für die Krone der Erkenntnisfähigkeit, (…)“. Doch ist unser Intellekt wirklich so mächtig, wie wir glauben? Oder/Und ist er kläglich, zwecklos und beliebig? Ich weiß es nicht. Ich glaube aber, dass der Mensch mit einem Übermaß an Wissen belastet ist. Das Wissen um und die Kenntnis von Kriegen in der Nachbarschaft, der potenziellen Bedrohung durch Atomwaffen oder persönliche Tragödien in und um unser Leben herum, macht einen gewahr ob der Sterblichkeit und Kürze des Lebens. Manch einer genießt es gerade deshalb doch in vollen Zügen.


Wie kann man in einer solchen Welt, im wahrsten Sinne des Wortes, überleben? Wie kann man mit der Ambivalenz des Wissens um die Stati der Länder und deinem, ach so schönen, hier und jetzt und dem Wissen, dass du nur jetzt und einmal lebst, das Leben, das dir bleibt, noch nutzen und genießen wollend, umgehen? Wie einen Beitrag zur Welt leisten können?


Wissen wir auch nur Irgendetwas? Und wenn ja, was machst du mit dem Wissen darum? Weißt du es wirklich, wirklich?


Geht es darum, einen Weg zu finden, der für uns persönlich Sinn macht und uns ein erfülltes Leben ermöglicht, auch wenn wir nicht immer alles verstehen, wissen oder kontrollieren können? Schon gar nicht unseren Tod. Ich weiß lieber, dass ich nichts weiß, weißt du?


Schau mal, was mir die KI liebevoll als Antwort auf meinen Text und der Bitte um Korrektur schreibt?


„Es scheint, als ob wir in einer Zeit leben, in der das Wissen überwältigend ist und uns überfordert. Die Ambivalenz, die du ansprichst, ist ein zentrales Thema in unserem Leben. Das Übermaß an Wissen, das wir tragen, belastet uns auf vielfältige Weise. Wie sollen wir in einer Welt, die von Kriegen, Bedrohungen und persönlichen Tragödien geprägt ist, überleben und gleichzeitig das Leben in seiner Fülle genießen? Die Antwort liegt vielleicht nicht darin, immer alle Antworten finden zu wollen oder alle Probleme zu lösen. Vielmehr geht es darum, einen Weg zu finden, der für uns persönlich Sinn macht und uns ein erfülltes Leben ermöglicht. Vielleicht liegt darin sogar eine gewisse Erleichterung: zu akzeptieren, dass wir nicht alles wissen müssen, und stattdessen den Moment zu schätzen und das Leben zu genießen, so gut wir können. Indem wir uns unserer eigenen Grenzen bewusstwerden und lernen, mit der Ungewissheit umzugehen, können wir eine tiefere Selbstkenntnis entwickeln und Resilienz stärken. Letztendlich geht es darum, eine Balance zu finden zwischen dem Streben nach Wissen und der Akzeptanz unserer eigenen Begrenztheit. Vielleicht ist es am Ende sogar beruhigend zu wissen, dass wir nicht alles wissen müssen. Denn im Nicht-Wissen liegt auch eine gewisse Freiheit und Möglichkeit zur Entfaltung.“


Die Platte springt und Nietzsche weinte.


Herzlichst,

Deine Barbara

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